Über die Kosten reden wir vorher!                                         

Die Kosten beim Anwalt sind gesetzlich geregelt im Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG).

Dieses Gesetz ist somit in den allermeisten Fällen Grundlage unserer Abrechnung. Im RVG sind - ähnlich wie bei den Ärzten - die verschiedensten Tätigkeiten katalogisiert und im Gebührenansatz festgelegt. So wird etwa bei einer gewöhnlichen außergerichtlichen Auseinandersetzung auf dem Gebiet des Zivilrechts eine sog. 1,3-Geschäftsgebühr berechnet. Im anschließenden Prozess fallen sodann eine weitere 1,3-Verfahrensgebühr und zusätzlich eine 1,2-Terminsgebühr an, wobei die schon entstandenen außergerichtliche Geschäftsgebühr in Teilen auf die Verfahrensgebühr anzurechnen ist.  Endet das Verfahren mit einem Vergleich, so fallen noch die Vergleichsgebühren an. 

"Einstiegswert" für die Gebührentabelle nach RVG ist der Streitwert des Verfahrens. Mit welchen Kosten hier im Einzelnen zu rechnen ist, darüber werden Sie im ersten Beratungsgespräch aufgeklärt.

In bestimmten Konstellationen, etwa bei umfangreichen Beratungsleistungen, ist der Abschluss einer sog. Vergütungsvereinbarung gesetzlich vorgesehen. Dabei kann ein Pauschalhonorar oder die Abrechnung nach angefallenen Stunden vereinbart werden. Eine Vergütungsvereinbarung werde ich auch dann mit Ihnen abschließen, wenn aufgrund des geringen Streitwerts (< 1.000,- €) außergerichtliche Gebühren nach RVG von weniger als 100,- € anfallen würden. Der Mandant wird selbstverständlich darüber informiert, dass eine etwa vorhandene Rechtsschutzversicherung nur die Gebühren bis zur Höhe des RVG-Anteils übernimmt.

Wenn eine Rechtsschutzversicherung die Kosten übernimmt, um so besser. Ich übernehme für Sie in einfach gelagerten Fällen gerne und kostenfrei die Klärung der Deckungsfrage. Hin und wieder gibt es jedoch Probleme mit dem Versicherer. Dann stellt diese Klärung eine gesonderte Tätigkeit des Rechtsanwalts dar, die auch gesondert zu honorieren ist. Selbstverständlich kann sich der Mandant selbst um die Deckungsfrage kümmern.

Immer wieder werden von mir auch Fälle über die Prozesskostenhilfe abgerechnet, wenn der Mandant selbst nicht in der Lage ist, einen Prozess zu finanzieren. Gerade im Arbeitsrecht kommt dies  - etwa bei einem Kündigungsschutzprozess - recht häufig vor, da der Betroffene nach einer Kündigung über keine oder geringe Einkünfte verfügt. In diesem Falle ist Voraussetzung, dass der Mandant alle erforderlichen Unterlagen (Verdienstabrechnung, Mietvertrag, Kontoauszüge der vorangehenden 2 Monate, Darlehensverträge etc.) dem Anwalt in Kopie übergibt. Außerdem muss der Betroffene wissen, dass der Staat die gewährten Leistungen bei Besserung der Einkommenssituation ganz oder teilweise zurückverlangen kann.